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Auftakt: Informatik der Uni Potsdam startet Transferprojekt

VDMA e. V.

Innerhalb des Projekts werden Maßnahmen für Bachelorstudierende und Lehramtsstudierende der Informatik erarbeitet, die in Theorie und Praxis stärker vernetzt und intensiver betreut werden sollen.

Wirtschaft und Gesellschaft stehen im Wandel der Digitalisierung. Hierfür werden zwingend geeignete Fachkräfte aus der Informatik im Maschinen- und Anlagenbau benötigt. Die Bildungsforschung zeigte bereits in den vergangenen Jahren, dass in vielen mathematisch-naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen vergleichsweise hohe Abbrecherquoten vorherrschen. Die Universität Potsdam (UP) sieht sich hier in der Verantwortung, qualifizierte Arbeitskräfte von morgen in Wirtschaft und Lehre hervorzubringen und hat daher in der Vergangenheit bereits mehrere Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung ergriffen.

„Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Absolventinnen und Absolventen der Informatik wird die UP, unter Berücksichtigung bisheriger Erkenntnisse, gemeinsam mit dem VDMA weitere Maßnahmen entwickeln, welche zur Verbesserung der Studienqualität beitragen und so Abbrecherquoten senken sollen,“ sagt Sebastian Schellhorn, Projektkoordinator des Maschinenhaus-Transferprojekts an der Universität Potsdam. „Die Informatik ist eine Schlüsseldisziplin“, ergänzt Ulrike Lucke, Geschäftsführende Leiterin des Instituts für Informatik und Computational Science. „Die Studienqualität in diesem Fach zu verbessern, stärkt auch unsere anderen, zunehmend auf Informatik-Methoden und -Werkzeuge angewiesenen Bereiche der Lehre und Forschung.“

Bei diesem Prozess wird der der VDMA der Universität zur Seite stehen. Mit den Transferprojekten der Maschinenhaus-Initiative setzt sich der Verband bereits seit 2013 für die Verbesserung der Lehre und die inhaltliche Weiterentwicklung von Studiengängen ein. Denn die Unternehmen haben einen großen Bedarf an gut ausgebildeten Ingenieurinnen und Ingenieuren. Franziska Seimys, Referentin für Bildungspolitik beim VDMA, sieht gute Chancen für angehende Informatikabsolventinnen und -absolventen: „Für Informatikerinnen und Informatiker ist der Maschinenbau ein attraktiver Arbeitgeber. Durch die fortschreitende Digitalisierung und Industrie 4.0 bietet der Maschinenbau viele spannende Themen- und Einsatzfelder für IT-Fachkräfte.“ 

Das Transferprojekt wird dabei auch durch die Expertise und langjährige Erfahrung Uwe Krügers, Berater beim HIS-Institut für Hochschulentwicklung e.V. (HIS-HE), unterstützt. Er ist sich sicher, dass die Herausforderungen, vor denen informatische Studiengänge stehen, mit dem bewährten Vorgehen im Rahmen des Transferprojekts angegangen werden können: „Transferprojekte bieten den Lehrenden, basierend auf vielfältigen Erfahrungen, Unterstützung bei der Ausgestaltung und Weiterentwicklung ihrer Lehrangebote. Denn oft sind Studienanfängerinnen und Studienanfänger in der Informatik, aber auch in vielen naturwissenschaftlich oder technisch ausgerichteten Studiengängen häufig davon überrascht, dass in den ersten beiden Semestern Inhalte ungewohnt abstrakt und theoretisch gelehrt werden.“ Um dennoch fachliche Orientierung - „Wofür braucht man das denn?“- und Motivation zu erzielen, bestehe für die Lehrenden in den Studiengängen die Herausforderung, theoretische Grundlagen durch Praxis- und Anwendungsbezüge „greifbar“ zu machen. „Nur so entsteht bei den Studierenden ein Verständnis für die Notwendigkeit des Aufbaues entsprechender fachlicher Kompetenzen,“ führt Krüger aus. 

Der Startschuss des Projekts erfolgt in Form eines Auftakt-Workshops, der mit diversen Beteiligten der UP und Unternehmen der Region geplant ist. Die aus der Zusammenarbeit resultierenden Maßnahmen richten sich an die circa 700 Studierenden des Bachelors Informatik/Computational Science und des Lehramts Informatik, welche im Fachstudium eng miteinander verwoben sind. Ziele sind unter anderem, die Theorie und Praxis stärker zu vernetzen und eine intensivere Betreuung in der Studieneingangsphase zu realisieren, sodass die praktische Relevanz der theoretischen Grundlagen stärker zum Tragen kommt und insbesondere frühe Studienabbrüche vermieden werden. Eine stetige Evaluation der Maßnahmen lässt weitere Handlungsbedarfe ableiten, welche direkt zur Qualitätsentwicklung der Lehre herangezogen werden können.

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