Erfahrungsaustausch Maschinenhaus „Hochschulen der Zukunft und digitale Lehrformate“

goenzcom berlin | Konstantin Gastmann

Wichtige Akteure bei der Mitgestaltung des digitalen Wandels sind die Hochschulen. Doch auch die Hochschulen sind Teil des Veränderungsprozesses. Wie gestaltet sich also Hochschulbildung in der Zukunft? Am 29. Oktober 2019 diskutierten rund 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Hochschulen und Unternehmen im Vorfeld der Hochschulpreisverleihung diese Thematik.

Das Thema des 18. Erfahrungsaustausches der VDMA-Initiative „Maschinenhaus“ lautete „Hochschulen der Zukunft und digitale Lehrformate“. Partner, Beteiligte und Interessierte der Maschinenhaus-Initiative sowie alle Vertreterinnen und Vertreter von Hochschulen, hochschulnahen Organisationen und Unternehmen, die sich für Lehre, ihre Didaktik und ihr Qualitätsmanagement einsetzen, waren eingeladen und diskutierten im Vorfeld der Preisverleihung „Bestes Maschinenhaus 2019“ in Berlin. 

Der ERFA widmete sich dabei den zentralen Fragen der Gestaltung der Hochschulbildung in der Zukunft und der (Weiter-)Entwicklung der Institution „Hochschule.“ Welche Veränderungen stehen dem Lernen, der Lernkultur und der Didaktik im Zuge der digitalen Transformation bevor und welche Lernmethoden können künftig sinnvoll eingesetzt werden? Welche Vor- und Nachteile bringen diese wiederum mit sich? Und wie sehen die Lernorte der Zukunft aus?

Spannende Impulsvorträge zu einem breiten Themenfeld
Der Impulsvortrag des HIS- Institut für Hochschulentwicklung e.V. stand unter der Überschrift „Wo stehen wir künftig? Eine Trendanalyse digitaler Hochschulbildung im Jahr 2030.“ Dr. Klaus Wannemacher und Dr. Maren Lübcke stellten die Ergebnisse der vom BMBF geförderten Studie AHEAD (HIS-HE/FiBS) vor. Die Studie wagt einen Ausblick auf die Ausgestaltung der Hochschullandschaft im Jahr 2030. Dabei werden Entwicklungen in den Bereichen veränderte Wissens- und Kompetenzanforderungen, neue Entwicklungen in der Didaktik, digitale Technologien und neue Einsatzmöglichkeiten in der Lehre in den Blick genommen. Kernergebnis sind vier Lernwege für die Hochschulbildung im Jahr 2030, die vom Lernenden ausgehen und zum Teil mit radikalen Herausforderungen einhergehen. 

Im Anschluss an den Ausblick in die Zukunft gab Herr Professor Laurenz Wiskott der Ruhr-Universität Bochum einen Einblick in das neuartige Lernmodell „Inverted Classroom“. Konkret stellte er diese Lernmethode am Beispiel seiner Lehrveranstaltung „Machine Learning: Unsupervised Methods“ vor. Lehrinhalte müssen von den Studierenden zunächst selbstständig angeeignet werden. Im Anschluss werden diese in den Vorlesungen und Interaktionen mit dem Dozenten oder der Dozentin und Mitstudierendenwerden vertieft - ein Umkehren der üblichen Lehr- und Lernmethode. 

Miteinander im direkten Austausch - Diskussionen und Vertiefung
Im Anschluss an die Vorträge fanden Kleingruppendiskussionen statt. Die Referentinnen und Referenten der Vorträge standen in ihren Workshops für aufgekommene Fragen zur Verfügung und stellten ihre und weiterführende Thesen zur Diskussion. Frau Dr. Lübcke beleuchtete mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern „Zukunftsmodelle der Hochschulbildung“ und Herr Dr. Wannemacher „Curriculumskonzepte für die Ingenieurausbildung im digitalen Zeitalter“. Martin Hieronymus, wissenschaftlicher Mitarbeiter der NORDAKADEMIE AG, gestaltete einen weiteren Workshop zum Thema „Das Labor als Lernort: real, virtuell oder hybrid?“. Herr Prof. Wiskott stand für Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Thema "Inverted Classroom" zur Verfügung.

Abgerundet wurde der ERFA mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse der einzelnen Workshops und einem Ausblick auf die weitere Entwicklung der VDMA-Aktivitäten im Hochschulbereich. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die spannenden Diskussionen! 

Die Agenda sowie alle Unterlagen zum ERFA stehen Ihnen hier zum Download bereit.

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