Erfahrungsaustausch Maschinenhaus zum Thema „Interdisziplinäre Lehre“

Heiko Wolfraum Fotodesign

Interdisziplinäre Lehre wird in den Ingenieurwissenschaften in Zukunft durch Industrie 4.0 verstärkt an Bedeutung gewinnen. Am 13. Juni 2019 diskutierten rund 45 Vertreterinnen und Vertreter aus Hochschulen und Unternehmen, welche Rahmenbedingungen notwendig sind und welche Herausforderungen interdisziplinäre Lehre mit sich bringt.

Bereits zum 17. Mal lud der VDMA Partner, Beteiligte und Interessierte der VDMA-Initiative „Maschinenhaus“ sowie alle Vertreterinnen und Vertreter von Hochschulen, hochschulnahen Organisationen und Unternehmen, die sich für Lehre, ihre Didaktik und ihr Qualitätsmanagement zum halbjährlich stattfinden Erfahrungsaustausch ein. Hintergrund des Themas „Interdisziplinäre Lehre“ des 17. ERFAs ist, dass die größere Vernetzung und Verständigung der einzelnen Fachbereiche und Fakultäten in der Lehre eine wichtige Rolle bei der Ausbildung von Kompetenzprofilen 4.0 spielt. Dies zeigt nicht zuletzt die Studie „Ingenieurinnen und Ingenieure für Industrie 4.0“ der IMPULS-Stiftung des VDMA (http://www.impuls-stiftung.de/studien). Ein wichtiger Teil des „Soll-Profils Ingenieurinnen und Ingenieure 4.0“, das auf der Befragung von Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus basiert, sind Kenntnisse und Fähigkeiten aus angrenzenden Fachgebieten.

Deshalb stellte der 17. ERFA Maschinenhaus das Thema „interdisziplinäre Lehre“ in den Fokus und befasste sich mit folgenden Fragestellungen: Welche Rahmenbedingungen sind notwendig für interdisziplinäre Lehre? Welche Lehr- und Lernformate eignen sich hierfür besonders? Wie kann der interdisziplinäre Kompetenzerwerb nachhaltig und systematisch in Curricula integriert werden? Welche Herausforderungen gilt es zu meistern? Wie finden Lehrende und Studierende der unterschiedlichen Disziplinen eine „gemeinsame Sprache“?

In drei Impuls-Vorträgen teilten Referentinnen und Referenten aus der Hochschule Pforzheim, der TU Dresden und der Hochschule Mannheim ihre Erfahrungen. Katrin Sonnleitner und Alexandra Göhring stellten das Projekt HOTSPOT (House of Transdisciplinary Studies) und designING vor. Im Anschluss führten Daniel Knoefel und Christiane Einmal in das Projekt BeING INSIDE ein. Die Idee für die realitätsnahe Simulation eines Industrieprojekts für Studierende entstand auf einem Maschinenhaus Erfahrungsaustausch im Jahr 2016. Den letzten Impulsvortrag steuerte Matthias Bandtel aus der Hochschule Mannheim bei. In seinem „Werkstattbericht“ führte er in das interdisziplinäre Lehr-Lernprojekt kompass ein.

Im Anschluss an die drei Vorträge fanden 5 Diskussionsworkshops statt. Die Referentinnen und Referenten der Vorträge standen in ihren Workshops für aufgekommene Fragen zur Verfügung und stellten ihre Thesen zur Diskussion. Zudem gab es zwei weitere Workshops aus dem Kreis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Frau Dr. Marija Stambolieva aus der Hochschule Osnabrück bot einen Workshop zum Thema „Innovatives Curriculum vs./& Akkreditierungsverfahren“ an; Herr Prof. Dr.-Ing. Martin Cziudaj aus der TH Mittelhessen diskutierte mit seiner Kleingruppe zum Thema „Wissenschaftsverständnis in anwendungsorientierter "akademischer" Hochschullehre“

Abgerundet wurde der ERFA mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse der einzelnen Workshops und einem Ausblick auf die weitere Entwicklung der VDMA-Aktivitäten im Hochschulbereich. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die spannenden Diskussionen! Die Agenda sowie alle Unterlagen zum ERFA stehen Ihnen hier zum Download bereit.

Der nächste ERFA „Maschinenhaus“ findet am 29. Oktober 2019 im Vorfeld der Hochschulpreis-Verleihung „Bestes Maschinenhaus 2019“ in Berlin statt.

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