Chancen und Potenziale

VDMA

Wie können Unternehmen in den Märkten Afrikas erfolgreich sein? Lebhafte Diskussionen auf dem 5. Deutsch-Afrikanischen Wirtschaftsforum NRW gaben interessante Einblicke dazu.

Afrika ist ein Markt mit Potenzial, so heißt es immer wieder. Auf dem 5. Deutsch-Afrikanischen Wirtschaftsforum NRW, das am 27. Februar 2018 in Dortmund stattfand, konnten sich mehr als 370 Teilnehmer mithilfe von Fakten und Erfahrungsberichten ihr eigenes Bild machen.

Der VDMA-Fachverband Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen (NUV) bearbeitet seit   vielen Jahren gemeinsam mit seinen Mitgliedsunternehmen die Entwicklung der afrikanischen Nahrungsmittelmärkte. „Seit 2007 sind die jährlichen deutschen Maschinenbauexporte nach Afrika um 40 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro gestiegen“, erläuterte Martina Claus vom Fachverband NUV auf der Veranstaltung. Zu den wichtigsten Branchen zählten dabei neben den Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen die Baumaschinen und Baustoffanlagen sowie die Fördertechnik.

Länder und Märkte differenziert betrachten 
Die Marktchancen stellen sich für einzelne Länder und Märkte sehr unterschiedlich dar. Kenia zum Beispiel ist ein prosperierender Markt für die Nahrungsmittelindustrie. Hier haben die Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel in den vergangenen zehn Jahren um 400 Prozent zugelegt. Ein Best-Practice-Beispiel der Fawema Maschinenfabrik GmbH & Co. KG aus Engelskirchen zeigte, wie deutsche Firmen erfolgreich an diesem Wachstum teilhaben können: mit einer differenzierten Marktanalyse, einer lokalen Präsenz und einem gut unktionierendenNetzwerk. In einer lebhaften Diskussion machten Vertreter der afrikanischen Wirtschaft deutlich, dass deutsche Technologien einen wichtigen Beitrag zur Verlängerung lokaler Wertschöpfung leisten können und dass mehr Investitionen vor Ort nötig sind. Die Vertreter der deutschen Industrie betonten, dass dafür stabile Rahmenbedingungen, eine intakte Infrastruktur sichere Energieversorgung sowie qualifizierte Fachkräfte wichtige Voraussetzungen seien, die nur von den afrikanischen Ländern selbst geschaffen werden können.

Berufliche Bildung ist Topthema
„Um die afrikanischen Länder beim Ausbau der beruflichen Bildung zu unterstützen und um deutschen Unternehmen bei der Suche nach Kontakten und Fachkräften zu helfen, haben wir unsere Initiative Fachkräfte für Afrika gestartet“, erklärte Dr. Norbert Völker von der VDMA-Abteilung Bildung auf dem Wirtschaftsforum.

Im Fokus der Initiative stehen Projekte, die den Aufbau von Ausbildungszentren in Botswana, Kenia und Nigeria zum Ziel haben.Über die Fachkräfte-Initiative hinaus bietet der VDMA umfassende, branchenspezifische Informationen und Beratung für die afrikanischen Märkte an. Dazu zählen auch Markterkundungsreisen – in diesem Jahr ist eine Tour nach Südafrika geplant.