Neuausrichtung des Maschinenbaustudiums für größeren Studienerfolg

Technische Hochschule Brandenburg | Stefan Parsch M.A.

TH Brandenburg schließt Maschinenhaus-Transferprojekt in Kooperation mit dem VDMA erfolgreich ab.

Frankfurt am Main/Brandenburg an der Havel, 25. April 2018 – Interdisziplinäre Projektangebote, der Aufbau einer eigenen Lehrwerkstatt und noch mehr Berufspraxis in der Lehre: Diese Kernergebnisse wurden beim heutigen Abschlussworkshop zum Maschinenhaus-Transferprojekt der Technischen Hochschule Brandenburg (THB) und des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) vorgestellt. Die Maschinenhaus-Initiative des VDMA berät und unterstützt bundesweit Hochschulen bei Fragen der Lehre und setzt sich für mehr Studienerfolg in den Ingenieurwissenschaften ein.

Ziel des Fachbereichs Technik der THB ist es, den Studienerfolg im Maschinenbau-Studiengang nachhaltig zu erhöhen. „Immer noch brechen in den Ingenieurwissenschaften im Vergleich zu anderen Studiengängen überdurchschnittlich viele junge Menschen ihr Studium ab“, betont Michael Patrick Zeiner, Referent im Bereich Bildung des VDMA. An dieser Stelle setzte das Transferprojekt an: In den vergangenen Monaten fanden hierzu mehrere Gesprächsrunden mit Studiengangsverantwortlichen, Lehrenden und Studierenden statt. Dabei unterstützten Experten des VDMA und des HIS-Institutes für Hochschulentwicklung (HIS-HE). Gemeinsam wurde so das Qualitätsniveau der Lehre ermittelt und konkrete Maßnahmen entwickelt – gezielt für die sich immer heterogener entwickelnde Studierendenschaft. 

Gute Orientierung gleich zu Beginn eines Maschinenbaustudiums und ein schnellerer Erwerb von Grundlagenkenntnissen in den Bereichen Technik, Physik und Mathematik – diese Faktoren wurden als entscheidend für einen höheren Studienerfolg im Bachelorstudium identifiziert. 

„Wir haben den Studiengang Maschinenbau gründlich überarbeitet“, sagt Prof. Dr.-Ing. Martin Kraska von der THB. Mit einem Angebot „Einführung in den Ingenieurberuf“ sollen die Studienanfängerinnen und -anfänger in der Wahl ihres Studiengangs bestärkt und für die kommenden Herausforderungen motiviert werden. Das schließt ein attraktives Erstsemesterprojekt ein, bei dem kleine Teams 3-D-Drucker zusammenbauen und in Betrieb nehmen. In höheren Semestern gibt es dann ein Produktentwicklungsprojekt, bei dem jede/r ihre/seine eigene computergesteuerte Kleinmaschine konstruieren, bauen und erproben kann. Grundlage dafür ist die im Aufbau befindliche „Offene Werkstatt“, in der optimale Bedingungen für die praktische Erprobung von Ideen geboten werden. 

Die neu konzipierte Auslands- und Praxisphase im 4. Semester soll die Studierenden zu internationaler Mobilität motivieren und bereits im Studium einen Einblick in die industrielle Praxis ermöglichen, denn nur ein Teil der Studierenden hat eine Metallausbildung und Berufserfahrung. Das Modul „Allgemeine Kompetenzen“ fördert und würdigt studentisches Engagement in der Lehre als Tutor/in und Mentor/in, in den Gremien der Selbstverwaltung und beim Erwerb interkultureller Erfahrungen.

„Wir glauben, dass wir damit unsere Studierenden noch besser auf Industrie 4.0 und auf das Handeln in internationalen und interdisziplinären Teams vorbereiten“, hebt Prof. Kraska hervor. „Wir machen sie damit zu ihrem eigenen Wohl und zum Wohl unseres Landes fit für eine erfolgreiche berufliche Zukunft.“

„Der Ansatz, das Curriculum grundlegend zu überdenken und flexiblere Lehrangebote zu gestalten, zeigt, welch hohen Stellenwert der Lehre am Fachbereich Technik beigemessen wird“, erklärt Uwe Krüger vom HIS-Institut für Hochschulentwicklung.

Technische Hochschule Brandenburg | Stefan Parsch M.A.

Zum Abschluss des Projekts und zur Würdigung des Engagements überreichte VDMA-Bildungsreferent Michael Patrick Zeiner dem Fachbereich Technik das „Maschinenhaus-Zertifikat“. Der Fachbereich Technik der THB hat damit als 48. Fachbereich in Deutschland das Maschinenhaus-Transferprojekt erfolgreich abgeschlossen.

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