Influencer Marketing: YouTube-Promis für Nachwuchswerbung nutzen

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Jugendliche im digitalen Zeitalter für technische Berufe zu begeistern, ist schwer. Wie also die Aufmerksamkeit junger Menschen auf den Maschinen- und Anlagenbau lenken? Zum Beispiel mit den Idolen der Gegenwart.

Kennen Sie Aaron Troschke, Sami Slimani oder Bianca Heinicke? Fragen Sie mal Ihre Kinder. Die kennen die Namen bestimmt: Die drei genannten sind Internet Stars mit großer Reichweite: Aaron Troschke hat 600.000 Abonnenten, Sami Slimani kommt auf 1,6 Millionen und Bianca Heinicke, besser bekannt als Bibi, sticht die Jungs mit fast 5 Millionen ganz locker aus. Alle drei haben eins gemeinsam: Der Grundstein ihres Erfolgs liegt bei YouTube, sie sind so genannte YouTuber.

Die Influencer
Früher waren es vor allem Stars aus Film, Musik und Sport, die Einfluss auf die Meinung von Jugendlichen genommen haben. Diese Rolle übernehmen heute verstärkt Social Media Promis, neudeutsch: Influencer. Sie testen neue Produkte, geben Tipps zu Beauty-, Lifestyle- und Flirt-Fragen, filmen Streiche und lächeln mittlerweile sogar von Plakatwänden. Zum Teil werden dabei auch ernste Themen angesprochen, die für die Jugend relevant sind: Selbstwertgefühl, gesunde Ernährung, Umweltschutz oder Gleichberechtigung. Sogar Lernvideos haben Konjunktur. Das Prinzip: Jugendliche (zum Teil auch junge Erwachsene) machen Videos für Jugendliche, meist unterhaltsam, manchmal nachdenklich, zum Teil ganz pragmatisch und nützlich. Eine Riesenbewegung.

Influencer haben dabei eine Vorbildfunktion für die Generation Z übernommen. Viele Jugendliche eifern ihnen nach, folgen ihren Kanälen und bewundern sie. Waren früher bestimmte Fernsehserien Gesprächsthema auf dem Pausenhof, ist es heute das aktuelle Video eines bestimmten YouTubers. Und genau wie früher gilt heute: Ich kann nur mitreden, wenn ich es gesehen habe.

Das Influencer Marketing
Dieser Trend bringt Veränderungen in der Werbung mit sich: Jugendliche glauben immer weniger der klassischen Werbung, aber dafür ihren neuen Idolen. Und die Werbeindustrie nutzt diese Beliebtheit immer stärker, das bestätigen auch die Zahlen: Werbeausgaben für Influencer weltweit beliefen sich im Jahr 2016 auf rund 2 Milliarden US-Dollar.

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Influencer Marketing setzt auf das Prinzip Mundpropaganda. Authentisch empfehlen die Idole den Jugendlichen bestimmte Produkte. Kinder und Jugendliche vertrauen diesen Empfehlungen. Und sie werden auf dem Pausenhof besprochen. Influencer sind aber nicht nur Beeinflusser, wenn es um Produktwerbung geht. Auch bei Themen wie Recruiting, Nachwuchssicherung und Ausbildung könnten sie die idealen Gesichter sein, um die Zielgruppe tatsächlich auch zu erreichen.

Die Influencer-Marketing-Agenturen
Die erfolgreichen YouTube-Sternchen werden mittlerweile passgenau von Influencer-Agenturen vermittelt. Im Vorfeld definieren die Agenturen gemeinsam mit ihren Auftraggebern die gewünschten Ziele: Wie kann der Traffic auf der eigenen Website oder die Reichweite der Social-Media-Kanäle gesteigert werden? Wie gelingt es, mehr Jugendliche für die eigenen Produkte zu begeistern? Wie kann ich mein Image bei der Zielgruppe verbessern?

Je nach Ziel erstellen die Experten für virales Marketing ein passgenaues Konzept für den Auftraggeber. Dazu gehört eine gut durchdachte Idee für ein oder mehrere Videos, Vorschläge für passende YouTuber und ein Vermarktungskonzept für die Sozialen Medien. Ob via Facebook, Snapchat oder Instagram – die Agentur sollte wissen, welche Kanäle wann, wie oft und womit bespielt werden müssen.

Das Fazit
Das Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen hat sich geändert - weniger TV, mehr Social Media. Das bietet die Chance mit einer guten Idee große Reichweite zu erzielen. Das Risiko besteht darin, sich bei der Vielfalt der möglichen Kanäle nicht zu verzetteln. Auch die alten Hausmittel (Tag der offenen Tür oder Praktikum) sind nach wie vor unersetzlich.

Aber Influencer Marketing ist einen Versuch wert. Deshalb wird die Azubikampagne des VDMA talentmaschine.de eine Kooperation mit einer Influencer Agentur starten. Konzept und Idee sind bereits erstellt, aktuell wird noch feinjustiert. Über unsere Erfahrungen dabei werden wir berichten.