Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Schulen

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Praktika, Betriebserkundungen, die Teilnahme an Projektwochen, Berufspräsentationen oder Bewerbungstrainings: Es gibt es viele Möglichkeiten, wie Unternehmen und Schulen zusammenarbeiten können. Dr. Hans-Jürgen König, Studiendirektor am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium in Bad Homburg, empfiehlt Unternehmen, vor allem auf persönliche Beziehungen zu setzen.

„Zeit ist an Schulen immer eine begrenzte Ressource.  Meistens haben wir davon zu wenig, denn Klausuren müssen geschrieben, Elterngespräche geführt und Lehrpläne müssen erfüllt werden. Ein wichtiger Bereich wie die Berufsorientierung darf darunter aber nicht leiden. Unser Schulkonzept beispielsweise sieht ab der Mittelstufe eine kontinuierliche ausbildungs- und studienvorbereitende Berufsorientierung vor.

Ob und in welcher Form Unternehmensangebote hier Eingang finden, hängt von mehreren Faktoren ab. So simpel es klingt, aber ein entscheidender ist bereits, ob es einem Unternehmen oder einer Organisation mit ihrem Projekt gelingt, den Wahrnehmungsfilter des Systems Schule zu passieren.  Aus Erfahrung kann ich sagen, dass Flyer-Sendungen mit der Post oder E-Mails an diese Hürde in der Mehrzahl bereits scheitern. Wer die Aufmerksamkeit von Schule will, muss die Aufmerksamkeit der dort handelnden Personen auf sich ziehen.

Wie in fast allen Belangen werden die Weichen für die Umsetzung eines Projekts in persönlichen Beziehungen gestellt. Für Unternehmen bedeutet dies nicht selten, sich auf die mühevolle Reise begeben, jemanden zu finden, der sich für die Idee begeistert und einsetzt. Denn auch wenn es bei der persönlichen Ansprache keine Erfolgsgarantie gibt, so stehen auf diesem direkten Weg die Chancen doch ungleich höher, Lehrer zu finden, die für eine gute Idee organisatorischen Mehraufwand für sich und ihre Schülerinnen und Schüler in Kauf nehmen.

Ob ein Projekt  letztlich auch in der Durchführung erfolgreich ist, hängt – auch das zeigt die Praxis –  ebenfalls sehr stark von den einzelnen Personen ab. Wir setzen bei uns an der Schule außer auf die Laufbahninformation durch die Agentur für Arbeit auch auf Formate, in denen junge Leute, vielleicht sogar ehemalige Schülerinnen und Schüler unserer Schule, über ihr Studium oder ihren Weg in den Beruf berichten. Dies wird in der Regel sehr gut von den Schülern angenommen, weil die Referenten selbst noch nicht so lange aus der Schule raus sind und die Informationen als besonders authentisch erlebt werden. Ergänzend bieten wir aber auch in Veranstaltungen die Möglichkeit, mit erfahrenen Berufsvertretern ins Gespräch zu kommen: Menschen, deren Karrierewege Vorbildfunktion haben und deren Lebenserfahrung  bei den Schülern naturgemäß andere Fragen hervorlockt als der Austausch mit Studierenden oder Azubis. Unternehmen sollten bei einem solchen Format einen einfachen Tipp beherzigen: Schicken Sie jemanden, der nicht nur sein Fach versteht, sondern der auch charismatisch ist und begeistern kann!“

Dr. Hans-Jürgen König, Studiendirektor am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium in Bad Homburg