Zum Produktionstechnik-Studium? Nach Tuttlingen! Maschinenhaus-Transferprojekt startet an der Hochschule Furtwangen

HS Furtwangen | Campus Tuttlingen

Im Dialog zwischen Studierenden, Lehrenden, Alumni und Vertretern der Industrie soll die Lehre weiterentwickelt werden. Dieser Prozess orientiert sich an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes.

Frankfurt am Main/Tuttlingen, 17. Mai 2017 – „Wären Sie darauf gekommen, dass es in Tuttlingen eine Hochschule gibt?“ Mit dieser Frage spricht Studiendekan Professor Dr.-Ing. Siegfried Schmalzried einen der Gründe an, warum der Campus Tuttlingen mit dem Studiengang Produktionstechnik am Maschinenhaus-Transferprojekt des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) teilnimmt: Studienanfänger haben bei der Suche des Studienorts die Stadt an der Donau meist nicht auf dem Schirm. Und das, obwohl Tuttlingen Modellcampus ist und gemeinsam mit der Industrie in zukunftsweisenden Ingenieurberufen ausbildet. VDMA-Bildungsreferent Michael Patrick Zeiner weiß, dass Ingenieurstudiengänge generell zu kämpfen haben. „Wenige Bewerber und eine hohe Abbruchquote sind in anspruchsvollen ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen leider keine Seltenheit“, erklärt er. Deshalb forciert Schmalzried die Weiterentwicklung des Produktionstechnik-Studiengangs Industrial Manufacturing. „Wir möchten mit dem Studium eine adäquate Antwort für zukünftige Herausforderungen am Markt liefern und bestmögliche Perspektiven für Absolventen und Industrien schaffen.“ Diesen Prozess dynamisiert der VDMA mit dem Projekt „Maschinenhaus“.

Im Arbeitsalltag lernen
Der HFU-Standort Tuttlingen mit rund 600 Studierenden hat viel zu bieten: Der Modellcampus gilt als deutschlandweit einmalig. Die HFU kooperiert vor Ort mit den ansässigen Unternehmen. Diese sind eng in die Konzeption und Durchführung der Studiengänge einbezogen. Dadurch verläuft das Studium nahe an der Praxis und am Beruf. Einige Module absolvieren die Studierenden direkt in den Firmen. Neben Praktika in den hochschuleigenen Laboren finden diese beispielsweise zudem in den Betrieben statt. Studierende lernen so nicht nur die praktische Anwendung kennen; sie haben vom ersten Semester an Einblicke in das Berufsbild und den Arbeitsalltag eines Ingenieurs.

Experten-Analyse für aktuelle Lehre
Das Transferprojekt „Maschinenhaus“ liefert der HFU neue Impulse für eine Weiterentwicklung des Curriculums von Industrial Manufacturing. Dadurch möchte die Hochschule die Sichtbarkeit des Studiengangs erhöhen und dessen Attraktivität für Studieninteressierte und Unternehmen steigern. Dafür nutzt die HFU die Analyse der VDMA-Mitarbeiter und des Beratungsinstituts HIS-Hochschulentwicklung. „In Gesprächsrunden mit Lehrenden, Studierenden und Vertretern der Industrie ermitteln wir das Qualitätsniveau der Lehre und spiegeln der Hochschule, an welchen Stellen sie ansetzen kann“, erläutert Zeiner das bewährte Vorgehen im Maschinenhaus-Transferprojekt.

Eine Besonderheit am Campus Tuttlingen: Die Hochschule lädt ehemalige Studierende zum Austausch ein, um von deren Blickwinkel zu profitieren. „Nach drei Jahren im Berufsleben sieht man viele Dinge anders als während des Studiums“, sagt Studiendekan Schmalzried. „Das Feedback der Alumni, welche Studieninhalte im Beruf nützlich waren, ist für uns besonders wertvoll.“

Von Seiten der Unternehmen erhofft sich die HFU Anregungen, um mit Industrial Manufacturing den Herausforderungen von Industrie 4.0 optimal zu begegnen. In den Lehrplan könnten beispielsweise Additive Fertigungsverfahren aufgenommen werden. Schmalzried ist optimistisch, dass Tuttlingen nach Abschluss des Maschinenhaus-Transferprojekts mit anderen Hochschulstädten noch erfolgreicher um Studierende konkurrieren kann.

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