Industrie 4.0 - große Chancen für neue Arbeitsplätze

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Industrie 4.0 verändert die Industrieproduktion nachhaltig – auch die Arbeit. Um erfolgreich im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, werden Unternehmen neue Anforderungen an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen und stellen müssen.

Allgemein wird prognostiziert, dass die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus das Thema Industrie 4.0 zukünftig aus drei unterschiedlichen Perspektiven angehen werden:

  • Als Lieferant: Der Maschinen- und Anlagenbau entwickelt und produziert die nächste Generation an Maschinen, die für die Umsetzung von Industrie 4.0 eingesetzt werden.
  • Als Kunde: Produktionsprozesse – und ketten sowie Kommunikations- und Logistikwege werden sich verändern. Dies betrifft Zulieferer und Kunden des Maschinen- und Anlagenbaus gleichermaßen. Neben neuen Formen der Produktion ist hier ein intelligentes  Zusammenspiel aller im Prozess Beteiligten gefragt.
  • Als Dienstleister: Industrie 4.0 verändert bestehende Geschäftsmodelle und schafft neue Dienstleistungen. Internationale Projekte und Services nehmen zu.

Welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die Arbeit und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Unternehmen haben werden, wird gegenwärtig kontrovers diskutiert. Die einen prognostizieren die abnehmende Bedeutung  menschlicher Arbeit auf breiter Linie – getrieben durch die exponentielle Zunahme von intelligenten, softwaregetriebenen Automatisierungsschritten. Die anderen verbinden mit Industrie 4.0 die Hoffnung auf neue Geschäftsfelder und Arbeitsplätze.

"Ich denke, diese beiden Schwarz-Weiß-Szenarien wird es in dieser extremen Ausprägung nicht geben", sagt Jörg Friedrich, Leiter der Abteilung Bildung beim VDMA. Es sei eher zu erwarten, dass beide Entwicklungen parallel verlaufen werden. "Auch bei der Einführung des Computers wurde ein massiver Arbeitsplatzabbau in der Industrie prognostiziert", meint Friedrich. Heute arbeiteten im deutschen Maschinen- und Anlagenbau mit über einer Million Beschäftigten mehr Menschen als je zuvor.

Einig ist man sich jedoch weitgehend darüber, dass repetitive und körperlich belastende Arbeiten zu Gunsten kreativer Wissensarbeitsplätze abnehmen werden. Welche Anforderungen Industrie 4.0 an die Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Maschinen- und Anlagenbau konkret stellen wird, ist heute noch unklar. Der VDMA hat daher eine qualitative Studie in Auftrag gegeben, die ein wenig Licht ins Dunkel bringen soll. Die Universität Hohenheim wird in diesem Jahr Beschäftige in unterschiedlichen Funktionen von VDMA-Mitgliedsunternehmen vor Ort befragen, wie sie die Entwicklung von Industrie 4.0 und deren Einfluss auf Ihre Arbeit einschätzen. Ziel ist es, Anhaltspunkte zu finden, welche Konsequenzen für die Qualifikationsstruktur und die Kompetenzentwicklung der Belegschaft in der Investitionsgüterindustrie zu erwarten sind. Aus den Ergebnissen sollen konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen abgeleitet werden.

Auch wenn Vieles noch unklar erscheint: Durch Industrie 4.0 ist generell ein Zusammenwachsen von Informations- und Kommunikationstechnik mit der Produktions- und Automatisierungstechnik zu erwarten. Dies muss und wird Auswirkungen auf die zukünftige Ausbildung und Qualifizierung  im Maschinen- und Anlagenbau haben.  Dies gilt für die berufliche Qualifizierung genauso wie für die akademische.

Die besondere Innovationsfähigkeit des Deutschen Maschinen- und Anlagenbaus lag und liegt bis heute in der engen und erfolgreichen Zusammenarbeit seiner Ingenieure und Facharbeiter.  Industrie 4.0 ist daher für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau genau die richtige Herausforderung.