Fachkräfte für die Nahrungsmittelindustrie

Helen Kimani

Ein Ausbildungszentrum mit Sitz in Nairobi markiert einen weiteren Meilenstein der VDMA-Initiative „Fachkräfte für Afrika“.

In Nairobi hat der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ein Zentrum zur Aus- und Weiterbildung von Fachkräften für die kenianische Nahrungsmittelindustrie vorgestellt. Zusammen mit seinem lokalen Partner Centurion Systems Limited präsentierte der Verband das Projekt auf einer Veranstaltung am 2. Oktober 2017 vor mehr als 100 Teilnehmern. Das Ausbildungszentrum bietet ab Januar 2018 Kurse an, die sich am Konzept der deutschen dualen Berufsausbildung orientieren. Sie richten sich insbesondere an Maschinenbediener und an das Wartungspersonal sowie Ausbilder bei Lebensmittelherstellern oder Maschinenlieferanten. Darüber hinaus soll das Zentrum als zentraler Treffpunkt für kenianische und deutsche Unternehmen dienen. Sie können sich hier über Best Practices zu Qualitäts- und Effizienzsteigerungen in ihrem Sektor informieren und austauschen. Im weiteren Projektverlauf sind dazu Dialog- und Fachveranstaltungen geplant.

Das Projekt wird von der Gesellschaft zur Förderung des Maschinenbaus mbH (GzF) durchgeführt und vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt. Die Finanzierung erfolgt über die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG). Es ist das Ergebnis der Zusammenarbeit des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) – der VDMA agiert als ideeller Träger – und seiner Servicegesellschaft GzF mit der kenianischen Centurion Systems Limited. Zudem ist die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung UNIDO in das Projekt eingebunden.

Sowohl die Vertreterin des kenianischen Bildungsministeriums, Dr. Dinah J.C. Mwinzi, als auch die deutsche Botschafterin Jutta Frasch wiesen in ihren Grußworten darauf hin, dass dieses Zentrum einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Ausbildungssituation und der Wettbewerbsfähigkeit der kenianischen Industrie leiste.

Nahrungsmittelindustrie auf Wachstumskurs
„Es werden dringend qualifizierte Fachkräfte gebraucht“, erläuterte Richard Clemens, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbands Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen mit Blick auf Kenias rasant wachsende Nahrungsmittelmärkte. In der zurückliegenden Dekade sei der Wert der im Land produzierten Lebensmittel um mehr als 150 Prozent – auf knapp 5 Mrd. Euro im Jahr 2016 – gestiegen. Der Fachkräftebedarf sei Anlass dafür gewesen, das Ausbildungszentrum als Kenianisch-Deutsches Kooperationsprojekt zu initiieren, ergänzte Clemens – auch mit dem Verweis auf die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit seines Fachverbands mit Partnern aus der kenianischen Lebensmittelbranche.

Enge Kooperation mit lokalen Partnern
Diese Tradition wird zukünftig durch eine weitere Partnerschaft ergänzt. „Wir möchten mit dem VDMA eng zusammenarbeiten, um wichtige Themen wie Qualifizierung und Innovation voranzutreiben“, betonte Phyllis Wakiaga, Chief Executive Officer des kenianischen Herstellerverbands (Kenya Association of Manufacturers – KAM). Die KAM und der VDMA beabsichtigen, ihre Zusammenarbeit durch ein Memorandum of Understanding langfristig zu institutionalisieren.

„Eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern ist entscheidend für den Projekterfolg“, erläuterte Dr. Norbert Völker, Projektleiter der VDMA-Initiative „Fachkräfte für Afrika“. Erfolg bedeute, viele Fachkräfte bedarfsgerecht zu qualifizieren – in Kenia sollen es 250 bis Ende 2019 sein. „Mit der Fachkräftequalifizierung unterstützen wir unsere Mitglieder dabei, den afrikanischen Kontinent als Markt für sich zu entdecken oder weiterzuentwickeln“, sagte Völker. Im Rahmen seiner Initiative führt der VDMA ähnliche Projekte in Botswana und in Nigeria durch.

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